Burg Turaida

Burg Turaida

Die Burg Turaida ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen Lettlands und des gesamten Baltikums. Aus rotem Backstein und Dolomitstein erbaut, wurde sie 1214 von Bischof Albert von Riga in Auftrag gegeben, um seine Macht über die umliegenden Ländereien zu festigen und die Handelswege entlang der Gauja zu kontrollieren.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Burg viele Male den Besitzer: Sie gehörte den Erzbischöfen von Riga, dem Livländischen Orden und später dem König von Schweden und erlebte Zerstörungen in Kriegszeiten ebenso wie Wiederaufbau. 1776 beschädigte ein verheerender Brand die Burg schwer, und lange Zeit stand sie als Ruine, bis im 20. Jahrhundert eine sorgfältige Restaurierung begann.

Heute ist die Burg Turaida das Herzstück des Museumsreservats Turaida und eines der meistbesuchten Ziele Lettlands. Hier können Sie den Hauptturm besteigen, die historische Ausstellung erkunden und die mittelalterliche Atmosphäre einatmen, die auch eng mit der Legende von der Rose von Turaida verbunden ist.

Die roten Backsteinmauern und der Turm der mittelalterlichen Burg Turaida

Eine Legende von Liebe und Treue

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als schwedische Truppen die Burg Turaida belagerten, fand Grīvs, ein Diener der Kirche von Turaida, in den Ruinen der Burg ein kleines Mädchen. Er nahm es bei sich auf und nannte es Maija, nach dem Monat, in dem es gefunden wurde.

Das Mädchen wuchs zu einer außergewöhnlich schönen jungen Frau heran, und die Menschen nannten sie die Rose von Turaida.

Maija war mit Viktors Heils, dem Gärtner der Burg Sigulda, verlobt. Die Liebenden trafen sich abends an der Gutmannshöhle, die zur stillen Zeugin ihrer Begegnungen wurde.

Doch auf der Burg diente auch ein polnischer Soldat, Jakubowski, dessen Gefühle Maija nicht erwidern konnte. Zurückgewiesen fälschte er einen Brief, um Maija allein in die Höhle zu locken.

Als sie sich in der Höhle trafen, versuchte Maija, sich zu retten, indem sie Jakubowski ihr rotes Seidentuch anbot: Es sei verzaubert, sagte sie, und schütze seinen Träger vor einem Schwerthieb. Jakubowski prüfte ihre Worte mit dem Schwert, und Maija wählte den Tod, statt sich der Gewalt zu beugen.

Die Tragödie ereignete sich im Sommer 1620.

Maija wurde auf dem Friedhof am Kirchhügel von Turaida beigesetzt, wo später an einer alten Linde eine Gedenktafel mit den Worten "Hier ruht die Rose von Turaida" angebracht wurde. Bis heute bringen frisch vermählte Paare Blumen an ihr Grab, und jedes Jahr veranstaltet das Museumsreservat Turaida ein dieser Legende gewidmetes Fest der Rosen und Herbstblumen.

Eine Briefmarke mit der Rose von Turaida – eine Darstellung der Legende von Maija und Viktors